Erfolgreiches Konfliktmanagement am Arbeitsplatz


Eine Studie des weltweit tätigen Unternehmensberaternetzwerks KPMG kommt zu dem Ergebnis, dass in Deutschland rund 15 Prozent der Arbeitszeit von Angestellten mit dem Austragen von Konflikten verbracht wird. Bei Führungskräften sind es sogear 25 Prozent.

Keineswegs immer ist ein besonders schwieriger Kollege der Auslöser für Konflikte. Heutzutage herrscht an vielen Arbeitsplätzen aufgrund der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Lage ein erhöhter Druck, der leicht in persönlichen Konflikten münden kann. Die wichtigsten Ursachen für Konflikte sind der allgemeine hohe Zeitdruck, Neid und Konkurrenzdenken sowie die Angst um den eigenen Arbeitsplatz.

Dauerhafte Konflikte am Arbeitsplatz haben fatale Folgen

Konflikte in einer Firma führen dazu, dass nicht nur die direkt am Konflikt beteiligten Mitarbeiter, sondern die gesamte Belegschaft leidet. Typische Folgen eines durch Konflikte bedingten schlechten Betriebsklimas sind eine mangelnde Arbeitsmotivation, ein deutlicher Leistungsabfall sowie häufige Krankschreibungen und Mobbing.

Nicht selten werden die Konflikte bei der Arbeit zudem mit ins Privatleben genommen, was wiederum Konflikte in der eigenen Familie zur Folge haben kann. All dies kann zu weiteren physischen und psychischen Erkrankungen – von Magenbeschwerden bis hin zu ernsthaften Depressionen – führen.

Konflikte sollten möglichst frühzeitig angegangen werden

Die beste Vorbeugung gegen solche gravierenden Folgeerscheinungen besteht darin, die Probleme nicht in sich hineinzufressen, sondern möglichst frühzeitig eine Konfliktlösung zu suchen. Denn sobald ein Konflikt bereits fortgeschritten ist, wird es zunehmend schwierig, die am Konflikt Beteiligten zusammenzubringen und eine Konfliktlösung zu finden.

Doch damit dies funktionieren kann, müssen Konfliktsituationen rechtzeitig erkannt werden. In dem Buch „Konfliktmanagement – Konflikten vorbeugen, sie erkennen und lösen“ erklären Heinz Jiranek und Andreas Edmüller, wie Konflikte entstehen, welche Phasen sie durchlaufen und welche Verhaltensweisen in verschiedenen Konfliktsituationen hilfreich sind.

Erfolgreiches Konfliktmanagement mit dem Harvard-Prinzip

Ein vielfach erprobtes Verfahren zur erfolgreichen Konfliktlösung ist das bekannte Harvard-Prinzip. Dieses zielt darauf ab, schwierige Gespräche zu einem positiven Verhandlungsergebnis zu führen. Der Kern dieses Prinzips besteht darin, stets die Sachebene von der Beziehungsebene zu trennen.

Das Harvard-Prinzip dient dazu, die unterschiedlichen Interessen der Konfliktparteien auf Grundlage einer neutralen Beurteilung auszugleichen. Dabei gilt es, auf Weg zu einer für alle Beteiligten zufriedenstellenden Lösung auch Entscheidungsalternativen aufzustellen. Auf diese Weise kann im Idealfall als Ergebnis eine Situation hergestellt werden, von welcher am Ende beide Konfliktparteien profitieren (Win-Win-Situation).

Entscheidend ist es, auch im Konfliktfall sachlich zu bleiben

Ein gutes Konfliktmanagement kann dazu beitragen, bestehende Gegensätze zu lösen, bevor es zu einem ernsthaften Konflikt kommt. Wenn ein Konflikt bereits akut ist, schafft ein gezieltes Konfliktmanagement die Voraussetzung, dass überhaupt erst ein Dialog stattfinden kann. Eine wichtige Grundregel lautet, dass ein entsprechendes Gespräch stets auf einer sachlichen, jedoch nicht auf einer unpersönlichen Ebene, stattfinden sollte.

Dieser Artikel entstand in freundlicher Kooperation mit www.haufe.de