Immer mehr Menschen klagen über psychische Belastungen am Arbeitsplatz. Sei es nun Mobbing durch Kollegen und Kolleginnen, ein zu hohes Arbeitspensum oder mangelnde Wertschätzung durch die Vorgesetzten, die Gründe sind vielfältig und zahlreich.

Natürlich sollte es schon der eigene Anstand gebieten, dass man seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen derartige Schwierigkeiten ersparen möchte! Dennoch gibt es auch simple wirtschaftliche Gründe, warum ein gutes Arbeitsumfeld positiv für alle Beteiligten ist.

Studien haben gezeigt, dass ein einziger hochproduktiver, aber toxischer Mitarbeiter mehr finanziellen Schaden bringt, als weniger produktive, dafür aber kollegial agierende Angestellte. Das liegt daran, dass aufgrund des Stresses am Arbeitsplatz häufiger (nicht nur psychosomatische) Krankheitszeiten genommen werden müssen. Außerdem kündigt das Personal häufiger und neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen müssen gesucht und eingearbeitet werden.

Wie kann gutes Management ein toxisches Arbeitsumfeld verhindern?

Zunächst einmal sollte sich die Führungsebene ihres eigenen Einflusses bewusst sein. Werden die Angestellten für ihre Arbeit gelobt und als Menschen wahrgenommen? Oder haben „die da oben“ keine Ahnung, was ihr Personal eigentlich im Detail macht, und können deswegen gute von durchschnittlicher oder schlechter Leistung nicht unterscheiden?

Dann ist es wichtig, sensibel und vertraulich auf Mobbingvorwürfe zu reagieren. Geschulte Fachkräfte müssen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, damit betroffene Angestellte immer ein kompetentes, offenes Ohr für ihre Probleme vorfinden.

Gleichzeitig muss die Unschuldsvermutung immer gelten, vielleicht handelt es sich nur um ein Missverständnis. Verschiedene Menschen haben verschiedene Vorstellungen von Humor und Umgangsformen, möglicherweise kann ein klärendes Gespräch schon abhelfen.

Eine Grüppchenbildung mit harten, undurchdringbaren Grenzen zwischen den einzelnen Fraktionen sollte ebenfalls unbedingt vermieden werden. Hier können gemeinsame Feierlichkeiten helfen, auch die neuen oder eher unbekannten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu integrieren. Gibt es ein Jubiläum, ein lokales Brauchtum oder zum Beispiel eine Weihnachtsfeier, sollten alle Kollegen und Kolleginnen standort- und arbeitsunabhängig dieses Fest gemeinschaftlich feiern. So lernt man sich besser kennen und der Eindruck einer Betriebsfamilie wird verstärkt.