Modernes Management kann nur zu einem gewissen Teil an den Universitäten vermittelt werden. Wer nach dem Studium in eine Firma kommt, hat zwar das unternehmerische Rüstzeug, aber es fehlt die Erfahrung. Selbst wer diese bereits vorweisen kann, ist nicht auf dem aktuellen Stand der Dinge, wenn es um Führungskompetenzen geht.

In Managerseminaren lernen Führungskräfte, was ihnen die Uni nicht vermitteln konnte oder was sich seit ihrem Studium geändert hat. Einen großen Teil dieser Workshops nehmen die sogenannten Soft Skills ein, die zwischenmenschlichen Fähigkeiten. Denn Mitarbeiter sind heute so gut qualifiziert, dass sie ihren Job oft besser machen können als der Chef der Firma. Dafür wurden sie auch eingestellt. Für den Manager verändert sich damit die Arbeit. Statt Aufgaben zu vergeben wird man der Belegschaft eine möglichst gute Umgebung schaffen müssen.

Loslassen muss man lernen

In einem Workshop kann man von Experten lernen, wie ein solcher Übergang vom Chef, der Anweisungen ausgibt zu einem, der den Kurs vorgibt und das Ruder dem Steuermann überlässt, funktionieren kann. Oft geht es darum, Kontrolle abzugeben, deswegen bieten manche Workshops zum Beispiel Fallschirmsprünge im Tandem an – hier lernt der Boss, dass er sich voll und ganz auf den Profi-Springer verlassen muss. In anderen Kursen muss man sich rückwärts in die Arme eines Fremden fallen lassen, dem man vertrauen muss dass er auch da steht. Eine kleine Übung, die aber in Workshops oft einen großen Effekt hat.

Manche Seminare nehmen die Manager auch an die Hand und gehen mit ihnen in die Produktionsanlagen, wo sie lernen, wie man eine Maschine bedient. Auch hier geht es darum zu erfahren, wie wichtig die Mitarbeiter vor Ort sind und dass man sich auf sie verlassen kann, weil sie wissen was sie tun. Das wiederum zeigt auch den Angestellten, dass man sie ernst nimmt und ihnen vertraut. So können Führungskräfte auf Dauer ein harmonisches Betriebsklima schaffen und das Unternehmen erfolgreicher machen.